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„Wenn ihr euch fragt, wie das damals passieren konnte: weil sie damals so waren, wie ihr heute seid.“ Henryk M. Broder

Fragen zur Corona-Impfkampagne an Oberbürgermeister Boris Palmer

Dieser unten aufgeführte Brief ist auf akanthos-akademie.de am 02. Januar 2022 veröffentlicht worden.
Aus "Archivierungsgründen" haben wir diesen sehr guten Text auch hier veröffentlicht.
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[Judith Bomheuer-Kuschel:] Ende November 2021 erhielt ich von Oberbürgermeister Boris Palmer, Prof. Michael Bamberg und Frau Dr. Lisa Federle einen Brief mit der eindringlichen Bitte, mich impfen zu lassen.

Spontan kam zunächst der Verdacht, ob Sie schon wissen, wer in Tübingen geimpft und wer ungeimpft ist? Nein, die Nachfragen im Freundeskreis ergaben eine klare Antwort: es gibt noch kein zentrales Impfregister in Tübingen.

Der Brief hat mich herausgefordert, da ich mich seit Beginn der Corona Krise intensiv und kritisch mit den verschiedenen Meinungen, Informationen und Empfehlungen auseinandersetze.

Mit meiner persönlichen Antwort an OB Palmer, Prof. Bamberg und Frau Dr. Federle wollte ich klar stellen, daß ich mich aus guten Gründen gegen diese konkret empfohlene Impfung entschieden habe.

Meine ausführliche Antwort teilte ich im Freundeskreis. Anfragen, ob dieser Brief an Bekannte und Freunde (ohne Namen) weitergereicht werden dürfe, habe ich zugestimmt. Der Brief wurde weitergereicht und weitergereicht und weitergereicht und kam schließlich - ohne meine Namen - auch bei diesem Blog der Akanthos Akademie an. Dort fand ich ihn also plötzlich öffentlich wieder und war überrascht. Ohne meine Zustimmung, ohne mein Wissen. Aber ohne Absender gibt es auch niemanden, den man fragen kann. Die Autoren des Blogs entfernten darum den Brief und die – nicht ganz korrekte Einleitung – und gaben mir die Möglichkeit, mich selber zu äußern. Denn:

Ich wollte nicht nicht genannt werden, sondern ich war noch nicht entschieden, diesen Brief auch zu veröffentlichen.

Die jüngsten Äußerungen von Boris Palmer zur Impflicht und den Möglichkeiten, diese durchzusetzen, lassen ahnen, dass Bitte und Empfehlung zur Impfung wohl anders gemeint war.

Ich danke den Autoren des Blogs für die Möglichkeit und Ermutigung meinen Brief erneut zu veröffentlichen.

Tübingen, den 4.Dezember 2021

Lieber Herr Oberbürgermeister Palmer, lieber Prof. Bamberg, liebe Frau Federle,

da Sie mir einen persönlich adressierten Brief geschrieben haben und wir uns kennen, nutze ich die Gelegenheit, in einem persönlichen Schreiben Ihnen auf Ihren Brief zu antworten, in dem Sie mich ermutigen, mich alsbald impfen zu lassen.

Mit großem Respekt gegenüber Ihrer Arbeit als Notärztin und Pandemiebeauftragte, als Leiter der Uniklinik und als Oberbürgermeister in wirklich schweren Zeiten antworte ich Ihnen gerne. Denn ich habe mir ausreichend Zeit für die Lektüre Ihres Briefes genommen und würde mich nun meinerseits freuen, wenn Sie sich Zeit nehmen, meine Gedanken nachzuvollziehen.

Ich lese aus Ihren Zeilen ein hohes Maß an Verantwortung, das Sie für die Tübinger Bürgerinnen und Bürger haben. Diesbezüglich habe ich einige Fragen an Sie. Wenn Sie mir diese Fragen beantworten, dann möchte ich meine bis heute selbst erarbeitete Haltung und Meinung in Bezug auf die Impfung gerne überdenken.

In Ihrem zweiten Satz bedanken Sie sich bei all denen, die sich bereits haben impfen lassen für Ihre Vorsicht und Umsicht. Ich lese als Unterbotschaft: diejenigen, die sich noch nicht haben impfen lassen, sind nicht umsichtig und nicht vorsichtig? Ich möchte Ihnen mitteilen, daß ich aus Vorsicht und Umsicht zu einer anderen Meinung gekommen bin.

Meine Fragen zur allgemeinen Situation

Wie erklären Sie, daß im Vergleich zum Vorjahr 2020 in diesem Jahr trotz (!) einer so hohen Impfrate von beinahe 70% so viele Menschen jetzt entweder PCR-Test positiv sind, leicht oder schwer an Corona erkranken?

Die Tatsache, daß sich trotz hoher Impfrate nichts wesentlich verändert, sondern möglicherweise verschlechtert hat, lässt doch eindeutig darauf schließen, daß die Impfung gerade nicht vor Infektion schützt und Geimpfte ebenso wie Ungeimpfte am Pandemiegeschehen beteiligt bleiben.

Eine aktuelle Studie vom 19.November 2021 in The Lancert: "The epidemiological relevance of the COVID-19-vaccinated population is increasing" bestätigt in ihrem Fazit:

"It appears to be grossly negligent to ignore the vaccinated population as a possible and relevant source of transmission when deciding about public health control measures." (Es scheint grob fahrlässig zu sein, die geimpfte Bevölkerung als mögliche und relevante Übertragungsquelle bei der Entscheidung über Maßnahmen zur Kontrolle der öffentlichen Gesundheit zu ignorieren.)

Wie stehen Sie zu dieser Aussage?

Wenn geimpfte Personen einen ebensolchen Anteil an dem gesamten pandemischen bzw. epidemiologischen Geschehen haben, wie können Sie dann mit der Begründung zum Impfen aufrufen, daß nur durch die Impfung der Schutz der Bevölkerung gewährt sei?

Der Tod als Risiko

Sie schreiben: "Eine Corona-Infektion endet für einen Ungeimpften über 80 Jahren in 15% der Fälle mit dem Tod. Gegen diese Gefahr eines einzigen Kontakts mit infizierten Freunden oder Verwandten können Sie sich durch die Impfung mit einer Wirkung von 90% schützen. Ihr Todesrisiko sinkt also auf 1,5%. Und leider ist diese Bedrohung jetzt sehr nahe. Unter den Ungeimpften ist derzeit einer von 100 infiziert. Sie müssen leider davon ausgehen, daß Sie in diesem Winter angesteckt werden." (Hervorhebungen von mir)

Todesrisiko eines Ungeimpften über 80 Jahre ist das eine. Und wie hoch ist das Todesrisiko eines Geimpften über 80 Jahre?

Laut Statistischem Bundesamt liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei Männern bei 78,6 Jahren und bei Frauen bei 83,4 Jahren. Statistisch gesehen kann der Tod für Menschen über 80 Jahre generell nicht mehr als Risiko oder Gefahr gewertet werden, sondern wird zur Realität. Sie schreiben von drohender Gefahr, von einem Risiko um 1,5% früher zu sterben.

Geimpfte und Ungeimpfte Menschen über 80 Jahre werden sterben!

Als Mitarbeiterin in einem Hospiz lese ich zudem Ihre Aussagen mit anderen Augen. Über die grundsätzliche Angst vor dem Tod und dem Sterben in unserer Gesellschaft, würde sich ein eigener Austausch anbieten.

Ihre Todesangst machende Argumentation ist das eine. Viel gravierender ist für mich aber der letzte Satz dieser Passage: "Unter den Ungeimpften ist derzeit einer von 100 infiziert. Sie müssen leider davon ausgehen, daß Sie in diesem Winter angesteckt werden. "

Die Ansteckungsgefahr liegt also bei den Ungeimpften?

Ist das wissenschaftlich und medizinisch korrekt?

Wenn Sie wissen, daß Geimpfte trotz Impfung ebenso infiziert und damit auch infektiös sind, dann ist es wissenschaftlich geboten, dies in diesem Satz auch zu erwähnen. Warum schreiben Sie nicht gleichzeitig, wieviele geimpfte Personen von 100 infiziert sind?

Gilt doch dies:

Ein Ungeimpfter kann durch einen Ungeimpften infiziert werden.

Ein Ungeimpfter kann durch einen Geimpften infiziert werden.

Ein Geimpfter kann durch einen Ungeimpften infiziert werden.

Ein Geimpfter kann durch einen Geimpften infiziert werden.

Die Situation in den Krankenhäusern

Sie schreiben:

Die meisten Corona Patienten der Krankenhäuser sind älter als 60. Auf den Intensivstationen in Deutschland sind derzeit 36% der Corona Patienten geimpft. Das hört sich viel an. Wirkt die Impfung überhaupt?"

"Nun wissen wir, daß die Zahl der Patienten, die so schwer an Corona erkranken, dass sie ins Krankenhaus müssen, zehnmal größer ist, wenn alle Menschen ungeimpft sind. Schon wenn alle sich impfen lassen, die älter als 60 sind, sinkt die Zahl der Intensivpatienten in Deutschland um die Hälfte."

Meine oben formulierte Frage kann ich nur wiederholen:

Warum sinkt die Zahl der Intensivpatienten nach einer so hohen Impfrate nicht? Im letzten Jahr waren alle Patienten ungeimpft.

Und: woher generieren Sie Ihre Zahlen in Bezug auf die Erhebung des Impfstatus der Patienten auf den Intensivstationen in Deutschland?

Mit großem Erstaunen lese ich, daß bei der Eröffnung des Hauptausschusses des Bundestages am 15.November 2021 Prof. Dr. Gernot Marx, als Präsident des DIVI Intensivregisters auf die Frage, wieviel der Covid -19 Patienten in den Intensivstationen geimpft und wieviele ungeimpft seien folgendes antwortet:

"Diese Frage kann ich leider nicht beantworten, weil wir bisher nicht erfasst haben, welche Patienten auf den Intensivstationen geimpft und welche ungeimpft sind. Die Frage ist richtig und wichtig. Wir haben als DIVI gemeinsam mit dem RKI jetzt auch entsprechende Vorbereitungen getroffen, diese wichtigen Informationen sehr schnell zu erfassen. Wir haben sie aber noch nicht zur Hand. Von daher kann ich die Frage leider nicht beantworten. "

Bis zum 15 November 2021 gab es also in Deutschland keine zentrale, statistische Erfassung des Impfstatus.

Wie passen Ihre Zahlen mit dem Wochenbericht des RKI vom 25.11.2021 zusammen, nachdem der Anteil der Impfdurchbrüche bei 56% liegt und bei 59% aller Covid Patienten der Impfstatuts nicht bekannt ist?

Der Statistik des RKI folgend stieg der Anteil der doppelt Geimpften an den Corona -Fallzahlen deutlich an. 50,2 Prozent der Corona-Toten mit klinischer Symptomatik (für die eine Information vorlag) der letzten vier Wochen waren laut RKI-Daten sogenannte Impfdurchbrüche – also seit mindestens zwei Wochen doppelt Geimpfte mit positivem Test und klinischer Corona-Symptomatik. Der Anteil dieser doppelt Geimpften an der Gesamtzahl der symptomatischen Covid-19-Fälle lag bei 48,2 Prozent – bei den über 60-Jährigen sogar bei 71,4 Prozent. Bei den Hospitalisierten sind es in dieser Altersgruppe 56 Prozent und bei den Intensivpatienten 46,6 Prozent.

Zum Schutz des Gesundheitssystems

Sie bitten in ihrer zweiten Bitte, mich aus Respekt und zum Schutz des Gesundheitssystems dieser Impfung zu unterziehen. Die Krankenhäuser seien am Limit. Das Angst erzeugende Panorama ist auch hier nicht zu überlesen: 'Ihre Versorgung ist möglicherweise nicht mehr gewährleistet, Sie könnten mit Blaulicht von A nach B gefahren werden müssen, weil kein Platz vorhanden ist. Aber: Sie können das mit Ihrer Impfung verhindern.'

Dazu möchte ich anmerken: ich bin zutiefst dankbar über die in unserem Land und vor allem in unserer kleinen Tübinger Weltstadt bestehende medizinische Versorgung auf höchstem Niveau.

Aber: ein ökonomisch durchrationalisiertes Gesundheitssystem, in dem Fallpauschalen für abgebaute Betten ausgelobt und am Ende der Kette ich als Einzelperson zu einer Impfung gebeten werde, weil eine Überlastung drohe, unterstütze ich nicht. Es wäre ein Akt der Ehrlichkeit, weitere Gründe für die Überlastung der Krankenhäuser aufzuführen. Personalmangel und Ökonomische Abwägungen spielen doch auch eine nicht zu leugnende Rolle.

Daß Sie als Ärzte ausrufen, ich möge das Gesundheitssystem durch meine persönliche Impfung schützen, kann ich nicht nachvollziehen.

Zum Schutz der Kinder

Zu Ihrer dritten Bitte, mich um der Kinder willen impfen zu lassen, die in den vergangenen Monaten so gelitten haben, möchte ich anmerken: Die Kinder haben an den Maßnahmen gelitten, sie haben durch die Maßnahmen gesundheitlichen, aber vor allem seelischen Schaden genommen.

Sie bestätigen damit, daß man nicht nur an einem Virus, sondern auch an gravierenden Maßnahmen erkranken kann. Diese Schäden haben mit einer individuellen Impfung meinerseits nichts zu tun. Wie meine persönliche Impfung als Schutz für die Kinder interpretiert werden kann, ist mir nicht nachvollziehbar.

Sie können gewiss sein: ich habe durch mein nachbarschaftliches Engagement in den letzten Monaten einige einsame Kinder betreut und ihnen durch die Zeit geholfen.

Zu den Nebenwirkungen

Ich finde es respektvoll und ehrlich, daß Sie auch auf die Nebenwirkungen dieser Impfungen eingehen und mit Daten zu belegen versuchen. Ob Nebenwirkungen wirklich akribisch untersucht werden und was das konkret bedeutet, bleibt offen.

Den Daten der Eurpoäischen Arzneimittelbehörde zufolge ist die Bereitschaft der Länder Nebenwirkungen zu melden, sehr unterschiedlich. Deutschland wird dabei im Vergleich zu anderen Ländern kein gutes Zeugnis ausstellt.

Es gab - wie Sie schreiben - in 0,15% der Fälle schwere Nebenwirkungen, die aber fast alle wieder abklingen. Spätestens hier vermisse ich die Erwähnung, daß auch eine Corona Erkankung in 98% der Fälle gut behandelbar ist. Beschwichtigung bei den Nebenwirkungen, aber keine Beschwichtigung bei der Erkrankung selbst: warum ist das so?

Wie stehen Sie zu dem Ergebnis der in der renommierten Kardiologen-Zeitschrift "Circulation" veröffentlichten Studie, daß nach der Gabe der Covid 19-Impfstoffe von Moderna und Pfizer das Herzinfarktrisiko von Geimpften zwischen 28 und 97 Jahren sich mehr als verdoppelt? Wie stehen Sie zu der Warnung, die dort ausgesprochen wird?

(Quelle: Abstract 10712: Mrna COVID Vaccines Dramatically Increase Endothelial Inflammatory Markers and ACS Risk as Measured by the PULS Cardiac Teaufst: a Warning)

Wenn ich den Bericht der Notfallaufnahme des RKI vom 24.11.2021 richtig lese, dann ist eine Zunahme an kardiologischen und neurologischen Notfällen seit April 2021 auch für mich als Laie nicht zu übersehen.

Um Nebenwirkungen zu erfassen, zählte zudem bislang in der Medizin auch die pathologische Untersuchung. Warum empfehlen weder das RKI noch das PEI pathologische Untersuchungen, die einen kausalen Zusammenhang zwischen Impfung und zeitnahmen Tod entweder feststellen oder ausschließen könnten? Die zudem auch mögliche Schäden, verursacht durch weitere Inhaltsstoffe in den Impfungen, erforschen könnten?

Wir verdanken eine Reihe solcher Untersuchungen einzig und allein der privaten Initiative von angesehenen Pathologen. Darum frage ich Sie: Haben Sie die Ergebnisse der ersten Pathologie-Konferenz vom 20.September 2021 in Reutlingen von Prof. Dr.Arne Burckhardt zur Kenntnis genommen?

Werden Sie die Ergebnisse der zweiten Pathologie-Konferenz vom 4. Dezember 2021 in Berlin zur Kenntnis nehmen?

Was sagen Sie zu diesen Ergebnissen?

Sie schreiben: " Die Kliniken haben von dieser riesigen Zahl von Impfungen nichts gemerkt, es gab keine zusätzlichen Patienten mit Impfschäden."

Zählen Impfdurchbrüche nicht dazu? Ist ein Impfdurchbruch kein Impfschaden, sondern nur ein Zeichen für nachlassenden Impfschutz?

Und wie erklären Sie sich dann die Übersterblichkeit im Jahre 2021?

Übersterblichkeit 2021

Dass im letzten Jahr mehr Menschen an Covid-19 gestorben sind als in diesem Jahr ist unbestritten. Dass aber in diesem Jahr mehr Menschen sterben, als im letzten Jahr ist ebenso unbestritten. Wir haben keine Covid-19 Übersterblichkeit, aber wir haben eine Übersterblichkeit. Diese Übersterblichkeit muss doch auch zwingend im Zusammenhang mit der Impfung bewertet bzw. ausgewertet werden. Der Schutz der Impfung, an Covid -19 nicht zu sterben und die Möglichkeit an den Folgen einer Impfung zu sterben: diese beiden gilt es doch abzuwägen.

Wie stehen Sie zu den Erkenntnissen der Studie, die im Thüringer Landtag vorgestellt wurde, daß eine Korrelation zwischen einer hohen Impfrate und einer nachweislichen Übersterblichkeit nicht auszuschließen ist?

Prof. Dr. Rolf Steyer und Dr. Gregor Kappler kommen in dieser Studie zu dem Schluss, dass die Übersterblichkeit in Deutschland in enger Korrelation (Wechselbeziehung) zur Impfquote steht:

„Die Korrelation beträgt + .31, ist erstaunlich hoch und vor allem in einer unerwarteten Richtung. Eigentlich sollte sie negativ sein, so dass man sagen könnte: Je höher die Impfquote, desto niedriger die Übersterblichkeit. Das Gegenteil ist aber der Fall und dies bedarf dringend der Klärung. Eine Über­sterblichkeit ist in allen 16 Ländern festzustellen. Die Anzahl der vom RKI berichteten Covid-Sterbefälle in dem betrachteten Zeitraum stellt durchweg nur einen relativ kleinen Teil der Über­sterb­lichkeit dar und kann vor allem den kritischen Sachverhalt nicht erklären: Je höher die Impfquote, desto höher die Übersterblichkeit.“ (Seite 3)

Die kritische Auswertung des Sicherheitsbericht des Paul Ehrlich-Instituts vom 26.10 2021 von Susan Bonath hat mich aufhorchen lassen. Sie schreibt:

"Das zeigt der vergangene Woche vom PEI veröffentlichte Sicherheitsbericht. Darin listet das Institut gemeldete Erkrankungen und Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit den Impfungen bis zum 30. September auf.

Demnach stieg die Gesamtzahl der angezeigten Verdachtsfälle auf unerwünschte Impfreaktionen seit dem 31. August um knapp 16.000 auf 172.188 Fälle. Darunter befanden sich 21.054 schwer Betroffene (fast 6.000 mehr als im Vormonat) mit ernsthaften Komplikationen. Bei 1.802 Personen führten die gemeldeten Reaktionen demnach zum Tod. Die Zahl der kurz nach einer Impfung gegen COVID-19 Verstorbenen, die dem PEI angezeigt wurden, wuchs damit in einem Monat um 24 Prozent."

Wie stehen Sie zu diesen Aussagen?

Nebenwirkung und Interessenkonflikt

Darum frage ich : wie groß ist wirklich die Bereitschaft, Nebenwirkungen der Impfung zu erfassen? Psychologisch gesehen erscheint es mir äußerst schwierig, eine Impfung in derart offensiver Weise zu empfehlen und gleichzeitig den kritischem Blick auf mögliche Nebenwirkungen zu wahren.

Ein Produktanbieter kann naturgemäß nicht gleichzeitig sein größter Kritiker sein! Da dieses Produkt aber während seiner Erprobungsphase auf den Markt kommt, braucht es umso mehr kritische Prüfung. Wer ein starkes Interesse an dem Produkt hat, wird nicht gleichzeitig nach dessen Nebenwirkungen suchen.

Können Sie wirklich beides gleichzeitig: den Impfstoff mit hohem Engagement empfehlen und kritisch auf mögliche Gefahren und Nebenwirkungen schauen? Angebot und Kontrolle ist selbst in jedem anderen Unternehmen nicht in einer Hand. Wie kann das hier möglich sein? Der Interessenskonflikt scheint mir mehr als evident.

Diesem Interessenskonflikt unterliegen alle Ärzte, die das Impfprogramm befürworten.

Und die Langezeitfolgen

Spätestens hier vermisse ich einen ehrlichen Hinweis, daß auch Sie über Langzeitfolgen dieser Impfung nichts aussagen können, weil keine Studien vorliegen, bzw. diese Studien während des laufenden Impfprogramms erst generiert werden. Daß Sie aufgrund dieser Tatsache nicht auch einen einzigen Vorbehalt bezüglich Ihrer Empfehlung formulieren, befremdet mich. Als hätte es in der Geschichte der Medizin solche Fälle von späterer Erkenntnis und Schadenserkenntnis nicht gegeben. (Contergan ist nur ein Beispiel)

Deshalb würde ich Sie bitten, ihren Brief einmal aus dieser Perspektive zu lesen, daß diese Impfung sich in den Langzeitfolgen schädlicher auswirken könnte als ihr Nutzen. Wenn Sie sich in das Jahr 2025 versetzen und sich erst dann möglicherweise ( nicht zwingend) herausstellt, welchen Schaden die Impfung anrichtet, wie geht es Ihnen dann mit diesem Ihrem Empfehlungsschreiben?

Man kann doch nicht ausschließen, daß der Nutzen möglicherweise geringer ist als der Schaden.

Immunität und Impfeffektivität

Mir fehlt in Ihrem Empfehlungsschreiben ein Hinweis zum Thema Immunität und Impfeffektivität. Immerhin spielt die Impfeffektivität in bezug auf mögliche Folge-Impfungen eine erhebliche Rolle. Sie empfehlen mir nur, mich impfen zu lassen. Sie schreiben aber nicht, um wieviele Impfungen es sich in Zukunft handeln könnte.

Warum gibt es keine Angaben zur Impfeffektivität?

Warum reicht ein Antikörpernachweis als Nachweis der Immunität plötzlich nicht aus?

Ich sehe von seiten der Medizin und Politik keine einzige Initiative, eine aussagekräftige und evidenzbasierte Erhebung über den allgemeinen Immunitäts-Status der Bevölkerung generieren zu wollen. Wieso wird davon ausgegangen, daß die Bevölkerung keine bestehende Immunität hat?

Und selbst Prof. Dr. Christian Drosten räumte ein, daß eine durchgemachte Infektion eine bessere Immunität bewirkt als eine Impfung.

Peter Doshi, leitender Redakteur des British Medical Journal findet es zwingend erforderlich, der Frage nachzugehen: Covid-19: Do many people have pre-existing immunity?

„Es schien eine allgemein anerkannte Wahrheit zu sein, dass die menschliche Bevölkerung keine vorbestehende Immunität gegen SARS-CoV-2 hatte, aber ist das tatsächlich der Fall? Peter Doshi untersucht die aufkommende Forschung zu immunologischen Reaktionen (…) Zusammengenommen könnte diese wachsende Forschungsgruppe, die bereits bestehende immunologische Reaktionen auf SARS-CoV-2 dokumentiert, Pandemieplaner dazu zwingen, einige ihrer grundlegenden Annahmen zur Messung der Anfälligkeit der Bevölkerung zu überdenken und das Ausmaß der Epidemie zu überwachen. (…) Könnte eine bereits bestehende Immunität einen besseren Schutz bieten als zukünftige Impfstoffe? Ohne die Frage zu studieren, werden wir es nicht wissen.“

In diesem Zusammenhang noch eine weitere Frage: Wenn es asymptomische und unbemerkte Verläufe einer Corona Infektion gibt (unter dieser Prämisse wurden asymptomatische und symptomatische Patienten getestet und Inzidenzzahlen generiert) wie kann dann einzig und allein ein positiver PCR Test, Grundlage für die Ausstellung eines Genesenen-Zertifikats sein?

Wenn ein Mensch diese Erkrankung durchgemacht hat, leichte Symptome hatte, die keinen Anlass zu einer ärztlichen Konsultation oder eines PCR Abstrichs gaben, (was auch zur Entlastung des Gesundheitssystems führt) warum wird ein Antikörpernachweis nicht akzeptiert? Warum gilt dieser Mensch nicht als genesen? Den Status Genesen einzig und allein von einem positiven PCR Test abhängig zu machen ist medizinisch, epidemiologisch und wissenschaftlich inakzeptabel und auch unlogisch.

So wird also einzig ein positiver- vier Wochen alter- PCR Test oder eine Impfung zur Eintrittskarte in die Freiheit und garantiert mir und meiner Umwelt, daß ich gesund bin?

Über den PCR Test an sich, seine Aussagekraft und Validierung will ich mich hier nicht auslassen. Aber Sie werden mir zustimmen: daß das gesamte pandemische Geschehen einzig und allein nur durch diese PCR Ergebnisse berechnet, bestimmt und bewertet wird. Die vielen Menschen, die gesund geblieben sind und "leider " keinen positiven PCR Test vorweisen können, jetzt als gesunde Menschen zur Impfung zu bitten um sich selbst, ihre Mitmenschen, das Gesundheitssystem und die Kinder zu schützen, entbehrt jeder Logik.

Hand aufs Herz: Das Haftungsdilemma

Sie wissen als Ärzte genau, daß Impfungen generell anderen Haftungsvereinbarungen unterliegen als herkömmliche Medikamente. Sie wissen als Ärzte, daß der impfende Arzt, Apotheker oder MTA persönlich haftet für mögliche Folgeschäden.

Sie wissen, daß in den Verträgen zwischen den Pharmafirmen und der EU, die Haftung beinahe ausschließlich bei den Ländern und nicht bei den Herstellern liegt, d.h.: im Zweifelsfall haftet der Staat.

Dass auf diesem Hintergrund weder staatliche Institutionen noch impfende Personen ein Interesse haben, Nebenwirkung zu melden, die möglicherweise justiziable sind, dürfte doch für Sie nicht völlig von der Hand zu weisen sein.

Allein an diesem Dilemma zeigt sich, daß auch bei allen impfenden Ärzten ein Interessenskonflikt vorliegen muss, Nebenwirkungen mit potentiellem persönlichem Haftungsrisiko zu melden. So wie Sie mich bitten, mein potentielles Ansteckungs- und Todesrisiko oder eine durch mich verschuldete Infektion mit tödlichen Folgen eines Mitmenschen zu überdenken, so bitte ich Sie meinerseits, sich ihrem persönlichen und auch allgemeinen Haftungsrisiko zu stellen.

Einfach gefragt: wenn Sie wissen, daß Sie potentiell persönlich haften, werden Sie dann nicht - versändlicherweise - alles daran tun, daß es nicht dazu kommt bzw. nicht gemeldet und veröffentlicht wird? Dann gilt bei einer möglichen Kausalität zwischen Impfung und Nebenwirkung oder Tod eindeutig nicht nur: das "kann nicht sein", sondern ebenso auch "das darf nicht sein".

Gebot der Stunde: Kontrollgruppe

Die Studienlage zur Wirksamkeit der Impfstoffe, den Nebenwirkungen und den Langzeitfolgen ist offen! Das Sammeln aller Daten während des Impfprogramms wurde versprochen. Wir befinden uns alle in einer laufenden Studien-Situation.

Zu jeder Studie aber gehört auch eine Kontrollgruppe. Wenn der Impfstoff bedingt zugelassen wurde und alle Nebenwirkungen jetzt weiter gelistet und in den Beipackzettel eingearbeitet werden, dann ist es doch ein Gebot der Stunde, jetzt während dieser Massen-Impfkampagne, Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, als Kontrollgruppe auszuloben.

Wenn am Ende alle geimpft sind, dann gibt es nur noch Geimpfte. Wie können Sie dann vergleichen? Wie können Sie dann medizinisch gesehen Ihre Thesen kontrollieren?

Wie können Sie z.B. vergleichen, ob die Impfung einen Einfluss auf die Entwicklung von Tumorerkrankungen hat, ob sie einen Einfluss auf das zentrale Nervensystem hat?

Es wurden keine Langzeitfolgen erhoben. Es gibt also auch keine Kontrollgruppe für die Langzeitfolgen. Auch in einem laufenden Studienverfahren muss es doch eine solche Gruppe geben. Es ist quasi ein wissenschaftliches Muss.

Auch hier möchte ich auf das Thema der Haftung hinweisen: wie kann ein Patient - im schlimmsten Fall - nachweisen, daß er Schaden von der Impfung genommen hat, wenn keine Daten einer Kontrollgruppe vorliegen? Wie können denn ohne Daten medizinische Gutachten plausibel begründet werden?

Konkret: wenn diejenigen, die sich jetzt dieser Impfung nicht unterziehen, eingeladen werden, eine Kontrollgruppe zu bilden, die das von Ihnen beschriebene Risiko auf sich nimmt, an Covid -19 zu sterben bzw. intensivmedizinisch versorgt werden zu müssen, was wäre dann?

Die Bedingung wäre: sie stellen sich der Studie entsprechend zu Untersuchungen zur Verfügung. Sollten sie an Covid -19 erkranken und einer Behandlung bedürfen, werden sie - ohne jeden Vorwurf - ebenso mit allen medizinisch möglichen Behandlungen versorgt.

Umgekehrt gilt auch: sollten sich in den Langzeitfolgen bei den Geimpften schwere Erkrankungen, Folgeschäden zeigen, wären auch diese Menschen der Kontrollgruppe solidarisch.

Angenommen, Sie würden jetzt von seiten der Uniklinik Tübingen eine solche Tübinger Kontrollgruppe ins Leben rufen, dann könnten Sie diesen Tübinger Bürgerinnen und Bürgern ebenso danken für ihre solidarische Bereitschaft, dieses Risiko auf sich zu nehmen.

Allein um der wissenschaftlichen Glaubwürdigkeit willen, wäre die Gründung einer Tübinger Kontrollgruppe der Ungeimpften ein großartiges Signal in die Gesellschaft. Nicht auszudenken, jede Universitätsklinik in Deutschland wäre dazu bereit.

Hand aufs Herz: Was wäre wenn

Können Sie überhaupt noch zurück? Haben Sie wirklich noch aureichend kritische Distanz? Angenommen, es käme schon in naher Zukunft zu massiven Nebenwirkungen, könnten Sie im Moment überhaupt noch ein SOFORT-STOP ausrufen? Sie wissen, wieviele Menschen im Vertrauen auf Ihre Expertise und Fürsorge, Ihren Aufrufen und Empfehlungen gefolgt sind. Sie wissen aber ebenso, was innnerhalb der Gesellschaft geschehen würde, wenn Sie jetzt STOP rufen müssten.

Mit gesundem Menschenverstand

Aus meiner ganz persönlichen Betroffenheit will ich Ihnen aber auch noch dies nicht vorenthalten: ich habe 20 Monate die Maßnahmen eingehalten, teilweise als Musikerin auch die Arbeitslosigkeit in Kauf genommen, Abstand gehalten, Maske getragen und sogar Ausgangssperren akzeptiert: das alles wurde verordnet, um uns vor der Erkrankung zu schützen. Die Maßnahmen wurden empfohlen, um gesund zu bleiben.

Wie kann es sein, daß ich jetzt - 20 Monate danach - , genau das Gegenteil nachweisen muss, um Zugang zum öffentlichen Leben zu haben? Wie kann es sein, daß ich jetzt mit einem Nachweis, krank gewesen zu sein, einen Zugang zum öffentlichen Leben bekomme?

Zuerst wurden wir vor der Erkrankung gewarnt und jetzt müssen wir nachweisen, daß wir krank waren. Als gesund gilt, wer beweisen kann, daß er krank war. Kann das wirklich Ihr Ernst sein? Erklären Sie mir bitte diese Logik.

Der andere Brief

Sie hätten auch einen anderen Brief schreiben können, mit weniger Werbung und mehr Ermutigung für die Tübinger Bürgerinnen und Bürger. Schreiben Sie doch noch einen positiven Brief, in dem Sie berichten, daß 98% der Menschen nicht an Covid-19 erkrankt sind.

Schreiben Sie einen Brief, in dem Sie uns Tübinger Bürger und Bürgerinnen ebenso engagiert darauf hinweisen, daß es gute medizinische Möglichkeiten gibt, eine Corona Erkrankung zu behandeln bzw. ihr vorzubeugen.

Schreiben Sie einen Brief und geben Sie mindestens in einer kleinen Notiz zu erkennen, daß Sie mit Ihrer eindringlichen Empfehlung auch einer Fehleinschätzung, einer Fehlempfehlung erliegen könnten.

Schreiben Sie einen Brief, in dem Sie als Oberbürgermeister, als Klinikchef und als leitende Notärztin versichern, daß Sie jegliche Art von Diskriminierung und Schuldzuweisung ablehnen; daß sie die Gesellschaft nicht - und schon gar nicht unsere kleine Tübinger Weltgesellschaft- spalten wollen.

Schreiben Sie einen Brief und ermutigen Sie alle kritischen Stimmen, sich zu äußern. Gestehen Sie den Tübinger Bürgerinnen und Bürgern eine andere Meinung in dieser - weltgewichtigen - Angelegenheit zu. Empfehlen und ermutigen Sie kritische Stimmen, ein Gremium zu gründen. Geben Sie jetzt den kritischen Stimmen aus Klinikum, Pflege und Sozialer Gemeinschaft eine Chance, Ihre Empfehlungen sachlich und evidenzbasiert zu kontrollieren.

Schreiben Sie einen Brief und laden Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen ein, an einer Kontrollgruppe der Ungeimpften teilzunehmen.

Sollten Sie bereit sein als Oberbürgermeister, als Leiter der Klinik Tübingen und als Pandemiebeauftragte zu einem runden Tisch der kritischen Stimmen zu ermutigen, dann wäre unsere kleine Tübinger Weltstadt vorbildlich im menschlichen und wissenschaftlichen Miteinander.

Zum Schluß

Ich kann Ihnen dies versichern: ich leugne nicht das Virusgeschehen, ich leugne nicht, dass Menschen daran sterben, ich bin kein Impfgegner. Ich bin jederzeit bereit, meine Meinung zu korrigieren und zu überprüfen, wenn sich Fakten oder Realitäten verändern.

Sie haben nun meine Gründe erfahren, warum ich aus Vorsicht und Umsicht das Recht für mich in Anspruch nehme, mich diesem medizinischen Eingriff unter den momentanen Umständen nicht zu stellen.

Zudem nehme ich für mich in Anspruch, auf die vollständige Studien-Veröffentlichung der Firma Pfizer im Dezember 2023 zu warten und auch auf die Aufhebung der bedingten Zulassung der Impfstoffe durch die EMA. Ich nehme für mich in Anspruch, mich an einer laufenden Studie eines Impfstoffs nicht zu beteiligen. Die Teilnahme an einer Kontrollgruppe würde ich mir ernsthaft überlegen.

Mit großem Respekt für all Ihre Arbeit und im Wissen um den Dissens in diesem wichtigen und weltbewegenden Geschehen verbleibe ich

mit freundlichen und herzlichen Grüßen

Judith Bomheuer-Kuschel

Tübingen

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